Yoga Philosophie

Yoga ist bekanntermassen eine sehr alte geistig spirituelle Disziplin. Ihre Anfänge lassen sich bis ins sagenhafte indische Altertum  ca. 5000 Jahre zurückverfolgen, wo die Spuren dann im Nebel verschwinden. Bemerkenswert ist, daß die ältesten Disziplinen sich auf Meditation, das Lesen der heiligen Schriften und Gesänge konzentrieren. Die heute mit Yoga assoziierten Yogaposen (Asanas) kamen erst viele Jahrtausende später hinzu. Im traditionellen Yoga spielt Pranajama (Atemtechnik) durchwegs eine große Rolle.

Der neue Yogawille (NYW)*

Der neue Yogawille wurde von Heinz Grill, dem deutschen spirituellen Lehrer und bekannten Kletteralpinisten als vollkommen neu geschaffene Übungsform ins Leben gerufen. Seine erarbeiteten Inhalte und praktischen Übungsweisen sind zahlreich in Buchform, in Vorträgen und Seminaren etwa seit den 1990ger Jahren publiziert worden.
Wichtig erscheint mir der Hinweis, dass es sich bei seinem „neuen Yogawillen“ um einen modernen Ansatz zur Spiritualität handelt, aber nicht um ein neues, einfach zu übernehmendes Glaubenssystem. Die enthaltenen Aussagen und Inhalte sind dazu gedacht, vom einzelnen Yogastudierenden individuell und selbstverantwortlich erarbeitet zu werden, damit sie dann z. B. bestehende Yogaformen inspirieren und- nicht zuletzt natürlich- das individuelle praktische Leben geistig erweitern können.

Die Übungsweise des neuen Yogawillens beinhaltet unter anderem:
den Umgang mit geistig inspirierten Schriften, kontemplative sogenannte Seelenübungen,  ein detailliertes Konzentrationstraining, das zur Meditation hinführt.
Außerdem besteht eine akribisch ausgearbeitete Übungsweise zu den verschiedenen Yogastellungen (Asanas) mit inspirierend anschaulichen Textbeschreibungen, Bildern und grafischen Darstellungen. Darin kommt die Meisterschaft des Verfassers sehr anschaulich zum Ausdruck. Der Atem wird im Wesentlichen frei gelassen, pranajama spielt eine untergeordnete Rolle.
In allen Disziplinen rückt das menschliche Bewusstsein in die Aufmerksamkeit: sowohl in seiner vorstellende, als auch in empfindender und tatkräftiger Kapazität (= Denken, Fühlen, Wollen als hier als „Bewusstseinskräfte“ benannt).

Die Yogakurse nach dem „Neuen Yogawillen“ beschäftigen sich mit einer bewussten Gestaltung schon beim anfänglichen Erlernen der Grundpositionen. Auf dieser Basis können sich die Yogahaltungen  mit der Zeit z.B. zu einer therapeutisch gesundheitlich orientierten Praxis oder mehr künstlerischen Formauffassung entwickeln. In der Regel wird sehr schnell die körperliche Praxis beflügelt, die  spielerisch leicht, und gleichzeitig erlebnis- und- inhaltsreich wird.

Eine  Möglichkeit, ästhetischen Ausdruck zu erkennen, ist z.B., wenn man eine formbetonte asketisch strenge Yogastellung  empfindungsvoll betrachtet und diese dann mit einer eher wohlig weichen aber eher formlosen Asanadarbietung vergleicht. Das ästhetische Ideal einer sinnvollen Gliederung von angespannten und entspannten Körperpartien entsprechend der Stellung würde eine ausgeglichene Mitte bilden. Die Extreme lassen sich so gegliedert zu einer sinnvollen Einheit  umgestalten.

 

Buchempfehlungen von Heinz Grill:
Die Seelendimension des Yoga (2017); Übungen für die Seele (2018;
Der freie Atem (2013)

 

*Der Name selbst stammt aus einer Schrift Rudolf Steiners, der darin die Notwendigkeit einer Neuverfassung des bestehenden Yogaübungsweges darlegt.